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Ökonom Martin Hüfner (l.) in Salzburg mit Paul Reitinger, Vorstand der Hello bank!

Investmentabend der Hello bank! - Deutscher Ökonom Martin Hüfner referierte in Salzburg

20. April 2016 | 10:38 Autor: Hello bank! Österreich, Salzburg

Salzburg (A) Nach den gescheiterten Gesprächen der Öl-Förderländer in Doha über eine Deckelung der Fördermenge bewegt sich der Ölpreis wieder auf Sinkflug. Der Ökonom Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater der österreichischen Hello bank! glaubt dennoch an eine Trendumkehr in der zweiten Jahreshälfte. “Dann sollte der Ölpreis wieder steigen, und das wird auch der Konjunktur den dringend nötigen Aufschwung geben”. Für Anleger bleiben die Zeiten laut dem Experten schwierig, aber nicht aussichtslos.

Hüfner referierte vor rund 600 Gästen im Rahmen eines Investmentabends der Hello bank! im Wyndham Grand Conference Center in Salzburg. “Der Ölpreis ist inzwischen so weit gesunken, dass er die Welt auf den Kopf gestellt hat”, meinte der renommierte deutsche Volkswirt. Normalerweise führe ein niedriger Ölpreis zu weniger Inflation, mehr Kaufkraft der Verbraucher, mehr Wachstum in Industrieländern und damit insgesamt guten Zeiten für Aktien und Anleihen. “Die aktuellen Daten zeigen aber ein ganz anderes Bild”, so Hüfner. “Der Preis ist schon zu tief, es fehlt das Fundament, dazu kommen einige negative Vorzeichen auf den Märkten.”

Konjunktur erholt sich, aber mit Verzögerung
“Die Weltwirtschaft schwächelt, der niedrige Ölpreis suggeriert derzeit mehr eine Nachfrageschwäche und das verunsichert die Investoren”, sagt Hüfner. “Die Kreditrisiken der Banken wachsen und die ölproduzierenden Länder kämpfen mit negativen Wachstumseffekten. Die normalerweise positiven Kaufkrafteffekte wirken hingegen erst mit Verzögerung. Aber sie werden kommen - das ist die gute Nachricht.” Hüfner verweist auf den letzten Ölpreissturz 2009: “Auch damals hat sich die Konjunktur ein Jahr später wieder erholt.”

Entwicklung auf Aktienmärkten teilweise irrational
Für Anleger sei die aktuelle Situation genauso schwierig einzuschätzen, wie für Volkswirte, meint Hüfner: “Aktienmärkte entwickeln sich derzeit teilweise irrational. Länder wie Russland oder Brasilien beispielsweise weisen fundamental schlechte Wirtschaftsdaten auf, dennoch sind ihre Börsen seit Jahresbeginn satt im Plus.” Die Diskrepanz zwischen Fundamentalfaktoren und Marktentwicklung müsse ein Warnzeichen sein und sollte bei Investoren zu noch mehr Vorsicht führen, so der Volkswirt.

Von Volatilität profitieren
“Wenn den Märkten der Kompass fehlt, schichten die Anleger häufiger um und es kann zu größeren Schwankungen kommen. Auch von Volatilität können geschickte Anleger profitieren. Wenn Sie in diesen Zeiten investieren, sollten Sie aber nicht nur auf die volkswirtschaftlichen Daten achten”, rät der Chefökonom der Hello bank!. “Legen Sie daher nicht nur in Industriestaaten an. Schauen Sie daneben auch auf die Schwellen- und Entwicklungsländer. Dort kann es für kurzfristig orientierte Anleger zu interessanten Konstellationen kommen. Mein allgemeines Kredo: Streuen Sie Ihre Anlagen regional, um Risiken zu vermeiden.”

  • Martin Hüfner referierte in Salzburg am Investmentabend der Hello bank! (Fotos: hellobank / Andreas Kolarik)
    uploads/pics/201604-hellobank-martin-huefner.jpg

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