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Christian Grahle (© Andreas Kolarik)

Unternehmen 4.0 – So geht Digitalisierung

10. Oktober 2016 | 10:55 Autor: ITG Österreich, Salzburg

Salzburg (A) Digitalisierung ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Was jetzt schon möglich ist und wohin die Reise geht, erläuterten Top Keynote-Speaker bei der Fachtagung des ITG – Innovationsservice für Salzburg während des Salzburg Business Openings.

Ein Hemd wird in die Waschmaschine geworfen und verhandelt dort mit den anderen Kleidungsstücken und der Maschine über das Waschprogramm. Das ist eine der Visionen von Alois Ferscha, Informatiker, Leiter des  Instituts für Pervasive Computing an Johannes Kepler Universität Linz und Pionier auf seinem Fachgebiet. Mit Pervasive Computing ist wie mit dem Begriff „Internet der Dinge“ die Durchdringung von Alltagsgegenständen mit digitaler Technik gemeint. So können Kleidung, Accessoires, Autos oder Möbel mit Sensoren ausgestattet werden und Daten liefern, sie interpretieren und aufgrund dessen handeln. Als Beispiel nannte Ferscha einen Industrieroboter der auf den menschlichen Arbeiter Rücksicht nimmt. Der Roboter erkennt durch Wahrnehmung seiner Blicke, seiner Bewegung oder seiner Vitalfunktionen, wie fit und aufmerksam der Arbeiter ist und richtet seine Geschwindigkeit automatisch danach aus. „Alleine mit Sensoren in Schuhen kann man allerhand feststellen“, so Ferscha bei seinem Vortrag. „Ob der Mensch geht oder steht, ob er Stiegen steigt, abbiegt, kocht oder sitzt.“ Zusammen mit Informationen aus anderen Quellen, kann die Umgebung einschätzen, was der Mensch tut und darauf reagieren – zum Beispiel das Licht nach Verlassen des Raumes ausschalten. 

In der Praxis sind Unternehmen und Produkte noch nicht ganz so weit. Hier hapert es vor allem bei österreichischen KMU oft schon am Internetauftritt, der nicht für Mobiltelefone optimiert ist. Christian Grahle, verantwortlich für Business Development bei Google zeigte die Zahlen: Ende 2016 werden Suchanfragen erstmals öfters von Smartphones als von Desktop PCs gestartet worden sein. „Um in der heutigen Welt erfolgreich zu sein und zu bleiben muss ein Unternehmen die Kunden dort abholen, wo sie sind und zu dem Zeitpunkt, wenn sie das Angebot brauchen“, so Grahle.  Wichtig ist zudem die Verankerung einer digitalen Strategie auf der Führungsebene. Laut Grahle werden diese Agenden noch viel zu oft nur auf das Marketing oder die IT übertragen und stehen in der Priorisierung an einer hinteren Stelle. Laut Grahle verkaufen nur 12 Prozent der österreichischen KMU online. Das, obwohl die Internetdurchdringung in Österreich 83 Prozent beträgt und weltweit 2,9 Milliarden Menschen online sind. „Der größte Hebel zum Erfolg ist die Erfüllung einfacher Kundenerwartungen“, so Grahle. Dazu gehört, die Kunden dort zu treffen, wo sie sind: im Internet. Fazit der Fachtagung von Organisator und ITG-Standortentwickler Rainer Steindler: „Ob digitale Werbung und Verkauf oder bereits intelligente Produktion: Wichtig ist es, jetzt tätig zu werden und den Anschluss nicht zu verpassen.“


  • Alois Ferscha (© wildbild)
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