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v.l.: Fachbereichsleiter Manfred Mayr (Studiengang Informationstechnik & System-Management), Cloudera CTO Mike Olson, Konferenz-Organisator Peter Haber (Studiengang Informationstechnik & System-Management), RapidMiner Gründer und Forschungsleiter Ralf Klinkenberg, Konferenz-Organisator John Thompson (Information Professionals). (Foto: FH Salzburg)

1. Internationale Data Science Konferenz in Salzburg

16. Juni 2017 | 10:42 Autor: FH Salzburg Österreich, Salzburg

Puch (A) Die 1. Internationale Data Science Conference fand an der FH Salzburg statt. Internationale Expert_innen diskutierten über Herausforderungen und Trends von Data Mining in Industrie, Forschung, Bildung und Gesellschaft. Programm-Highlights waren unter anderem die Keynotes von RapidMiner-Gründer Ralf Klinkenberg und – extra aus den USA eingeflogen  – Cloudera-CTO Mike Olson.

Im Jahr 2025, so die Meinung diverser Studien, sollen weltweit zehnmal so viele Daten - im Vergleich zum vergangen Jahr - generiert werden. Zur Einordnung: Alle Serien und Filme bei Netflix müssten dafür rund 500 Millionen Mal abgespielt werden.

Mit „Data Mining“ versuchen Unternehmen und Wissenschaftler_innen nun verstärkt neue Wege für Industrie, Forschung und Bildung zu finden und so einen wichtigen Input für die Gesellschaft zu leisten. Bei der 1. Internationalen Data Science Conference (IDSC) des Studiengangs Informationstechnik & System-Management (ITS) der FH Salzburg zusammen mit der Information Professionals GmbH diskutierten die Teilnehmenden über aktuelle Fragestellungen, Antworten und Lösungsansätze. „Populäre Themen waren unter anderem Bitcoin, Blockchain und Betrachtungsweisen der fortschreitenden Digitalisierung sowie die immer mehr durchgängige Verzahnung von IT und Business in einer digitalisierten Welt. Anhand dieser brisanten IT-Themen wurde der Stellenwert der Zukunft gerichteten Ausbildung an der FH Salzburg weiter unterstrichen“, wie der Konferenzorganisator Peter Haber (Studiengang ITS) betont.

Highlights waren die Vorträge zu State-of-the-Art-Methoden aus der Forschung im Research-Track. Neben den sehr gut besuchten Vorträgen renommierter Institute (z. B. Fraunhofer) wurden Best-Practice-Anwendungen aus der Wirtschaft im Industry-Track vorgestellt. Besonders positiv wurden die Ergebnisse des EU-Projektes FutureTDM, das sich im Wesentlichen mit den Besonderheiten von Text- und Data Mining auseinandersetzt beurteilt. Dieses zukunftsweisende Projekt bietet Empfehlungen und Leitlinien an, wie Unternehmen und Organisationen mit rechtlichen und technischen Barrieren im Bereich Text- und Data Mining (Stichwort neues EU-Datenschutzrecht) nachhaltig umgehen können.

Mike Olson, Co-Gründer und CTO von Cloudera, einer der weltweit größten Plattformen für Machine Learning und Advanced Analytics schätzt die Konferenz. „Ich bin beeindruckt über das Programm der Konferenz. Es ist ein wichtiger Ort für den Austausch zwischen Unternehmen und Hochschulen“.

Fundierte Ausbildung für Data Scientists ist wichtig
„Data Scientists werden diejenigen sein, die das erforderliche Know-how beherrschen und somit die strategische Entwicklung maßgeblich beeinflussen“, resümiert Co-Konferenzorganisator Manfred Mayr, Fachbereichsleiter am Studiengang ITS. Die in der Konferenz diskutierten Ansätze fließen deshalb bereits jetzt schon aber zukünftig noch stärker in die Forschung und Lehre des Studiengangs ein.

Wie Unternehmen Data Mining für sich nutzen können

Um auf dem Markt bestehen zu bleiben, wird es für Unternehmen auch in Zukunft noch wichtiger werden, neue Wege zu gehen. „Ich rate jedem Unternehmen, auch Klein- und Mittelbetriebe, etwas risikofreudiger zu werden und in Data Mining zu investieren“, sagt Ralf Klinkenberg, Gründer von RapidMiner.

Klinkenberg sieht Potenzial in den Bereichen Kundenanalyse, Risikovermeidung. „Wir können zum einen mit der Analyse des Kundenverhaltens noch passgenauere Produkte und Dienstleistungen für die Zielgruppe ermitteln.“ Noch größeres Potenzial sieht Klinkenberg in der industriellen Fertigung: „Das sogenannte Predictive Maintenance, der vorhersehbaren und genaueren Wartung von Maschinen, wird Produktionsabläufe optimieren. So können Produkte schneller, qualitativ besser und kostensparender produziert werden“.

Gesellschaftlicher Nutzen und Herausforderungen

„Daten verändern die Welt und das gesellschaftliche Leben“, weiß Mike Olson. Es ist nur eine Frage, wie sie und die entsprechenden Technologien genützt werden. Mit ihrer Open Source-Technologie konnte Cloudera beispielsweise der amerikanischen Initiative Thorn dabei helfen, die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu vermindern. Auch der medizinische Fortschritt kann durch Data Mining maßgeblich vorantreiben, wie der Forschungsleiter bei RapidMiner weiß. „Können wir beispielsweise Daten von vielen, verschiedenen Patienten vergleichen und Muster daraus erkennen, könnte die medizinische Forschung mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller Fortschritte in der Diagnostik und Heilung von Krankheiten erzielen“. Dies sei aber schlussendlich auch eine gesellschaftliche und ethische Frage. „Wir werden uns noch intensiver damit auseinandersetzen müssen, welche Daten wem wie zur Verfügung stehen sollen und wie trotz der Transparenz immer noch Privatsphäre sichergestellt werden kann.

Bildungsinstitutionen sind deshalb gefordert, nicht nur die technologischen Entwicklungen im Auge zu behalten sondern ihre Studierenden mit ethischen Themenstellungen vertraut zu machen. „Die Technologie ist neutral, wie wir sie einsetzen müssen wir mit Gesetzen bestimmen“, erklärt Olson.

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