FH St. Pölten koordiniert Projekt zum Einsatz von Extended Reality in der Wirtschaft

FH St. Pölten koordiniert Projekt zum Einsatz von Extended Reality in der Wirtschaft
FH-Forscher beim Test der Methoden (Foto: FH St. Pölten / Alexander Schlager)

St. Pölten (A) Ein von der Fachhochschule St. Pölten koordiniertes Projekt untersucht, wie Extended Reality (XR) genutzt werden kann, damit Mitarbeiter*innen von Unternehmen neue Kompetenzen erwerben und Prozesse optimieren.

Die computer-gestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung (Augmented Reality) sowie Umgebungen, in denen die reale und virtuelle Welt sich vermischen (Mixed Reality), bieten neue Möglichkeiten der Kollaboration und Datenvisualisierung. In vielen Branchen werden die Vorteile und Potentiale dieser Technologien jedoch noch kaum genutzt.

Gleichzeitig ist es aber, etwa für grundlegende Einschulungen neuer Mitarbeiter*innen oder für Simulationen von Prozessen, oftmals auch erforderlich, Umgebungen gänzlich virtuell abzubilden (Virtual Reality). Jede dieser Technologien hat ihre eigenen speziellen Einsatzgebiete – zusammengefasst werden sie unter dem Begriff „XR“ (Extended Reality).

Das Projekt IMPACT-sXR schafft hier Abhilfe und entwickelt ein Trainings- und Assistenzkonzept, das es Anwender*innen erleichtert, neue Arbeitsweisen intuitiv zu erlernen, aber auch technisches Fachwissen durch das Bereitstellen von aufgabengerechten Planungs-, Ausführungs- und Fertigungsinformationen anzuwenden.

„Besonders Covid19 hat gezeigt, dass solche Technologien Vorteile bieten, wenn nicht alle Mitarbeiter*innen vor Ort sein können. Einschulungen und Problembehebungen können dann auch stattfinden, wenn zwei Personen an verschiedenen Orten sind“, erklärt Thomas Moser, Leiter der Forschungsgruppe Digital Technologies an der FH St. Pölten. In Zukunft kann das etwa auch Reiskosten sparen.

Neue Formen der Zusammenarbeit
Das Projekt untersucht einerseits neue Formen der raumunabhängigen Zusammenarbeit. Das umfasst das Arbeiten in Teams durch die Integration von Echtzeit-3D-Information der realen Umgebung sowie die von Echtzeitproduktionsdaten, mit denen auch interagiert werden kann. Andererseits eröffnen diese Technologien auch neue Wege der Datenvisualisierung bei industriellen Fertigungsprozessen, bei denen essentielle Daten unmittelbar vor Ort, innerhalb des Produktionsablaufs, eingeblendet werden können.

Mitarbeiter*innen können somit am Tablet, am Smartphone oder mit speziellen Datenbrillen Räume oder Maschinen erfassen und das Bild an abwesende Kolleg*innen schicken, die bei der Problemlösung helfen. Mittels Augmented Reality können die Mitarbeiter*innen vor Ort angeleitet oder geschult werden.

„XR-gestützte Schulungs- bzw. Lernmethoden erlauben bessere Trainingsszenarien. Sie erhöhen die Messbarkeit von Lernerfolgen und erlauben es, Trainings schneller an veränderte Bedingungen anzupassen. Zudem können Trainingsinhalte für mehrere Teilnehmer*innen genutzt werden, ohne dass zusätzliche Software installiert werden muss, und spieltypische Elemente der Gamification bei der Vermittlung von Inhalten eingebaut werden“, sagt Moser.

Akzeptanz und Nachhaltigkeit
Die Projektpartner*innen entwickeln auch eine Strategie, damit die Projektergebnisse langfristig und nachhaltig in den Unternehmen umgesetzt werden, und untersuchen, wie sich die Arbeitsweise der Mitarbeiter*innen ändert und wie diese die neue Technik akzeptieren.

Auch Vorteile der XR-Lösungen, etwa Nachhaltigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz und eine mögliche Reduktion des ökologischen Fußabdrucks werden untersucht.

Netzwerk aus Hochschulen und Unternehmen
In dem Projekt arbeiten 20 Industriepartner*innen und vier niederösterreichische Hochschulen zusammen. Durch das große Netzwerk ist eine große Vielfalt an Anwendungsfällen abgedeckt und garantiert, dass das Wissen um die Einsatzmöglichkeiten von XR-Technologie große Verbreitung findet.

Die erzielten Forschungsergebnisse werden, sofern sie keine firmenspezifischen Daten oder Abläufe berühren, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und somit auch Unternehmen, die nicht in das Projekt involviert sind, von Nutzen sein.

Finanziert wird das Projekt von der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus und vom der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

 

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