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Kim Chareonbood "Fearless Surfer"

Das Meer lesen lernen: Surfmentaltraining mit Kim Chareonbood

27. April 2021 | 13:07 Autor: Viktoria Preining | WIRTSCHAFTSZEIT Vorarlberg, Tirol, Wien, Steiermark, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, Burgenland, Liechtenstein, Deutschland, Startseite, Schweiz

2005 hat sich Kim Chareonbood verliebt – in das Surfen. Diese Liebe gibt die 38-jährige Schweizerin mit thailändischen Wurzeln nun weiter: Als Surfmentaltrainerin und Life Coach hilft sie Menschen dabei, Ängste zu überwinden und Selbstvertrauen aufzubauen. Denn wie so oft im Leben kommt es auch beim Surfen nicht nur auf das Können an, sondern auch auf das richtige Mindset. Eine interessante Frau mit einer spannenden Geschichte, die sie der Wirtschaftszeit erzählt hat.

Wir schreiben das Jahr 2005 und wie so oft im Leben führt auch bei Kim Chareonbood der Zufall Regie, als sie beschließt eine Sportart zu lernen, mit der sie zu diesem Zeitpunkt rein gar nichts am Hut hat, wie sie im Interview sagt. „Ich hatte drei Wochen frei und von meinen Freunden hatte gerade niemand Zeit, mich ans Meer zu begleiten. Keine Ahnung, wie ich auf die Idee kam, surfen zu lernen, aber ich habe nach Surfcamps in tropischen Gefilden gesucht und bin schließlich auf Bali gelandet. Vom ersten Augenblick an war ich in die Insel und in das Surfen verliebt. Seitdem bin ich jedes Jahr auf Bali“, sagt die 38-jährige Schweizerin, deren Vater Thailänder ist. Wenn man Kim über das Surfen reden hört, bekommt man gleich Lust, sich in die Wellen zu stürzen: „Ich liebe das Reisen, andere Kulturen und das Meer. Das lässt sich sehr gut mit dem Surfen verbinden. Die Sportart gibt mir ein wunderschönes Gefühl: Abenteuer, frei sein und die Schönheit der Natur genießen können - auch wenn sie durchaus rau und unerbittlich sein kann. Das Surfen ist aber auch eine Herausforderung und weckt meinen Ehrgeiz, besser zu werden. Oft muss man sich durchkämpfen und körperlich viel leisten. Es hat auch sehr viel mit dem Leben zu tun: Flut und Ebbe, Erfolg und Misserfolg, Freude und Frust. Man lernt sich selber besser kennen und stärkt Körper und Geist.“ Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, etwas Neues zu lernen und mit dem Wellen reiten zu beginnen, hat Kim einen besonderen Rat: „Sich genügend Zeit nehmen, an einem Ort, der Anfängern freundliche Wellen bietet. Wichtig ist auch, mit einem großen Brett anzufangen, denn je mehr Volumen man hat, desto stabiler ist man und desto schneller lernt man und man sollte mit einem gut ausgebildeten Coach beginnen.“

Das führt uns auch zu Kims Beruf: Nach dem Motto „feel the fear and do it anyway“ zeigt sie den Menschen als Surfmentaltrainerin und Life Coach, wie man sich seinen Ängsten stellt. Denn zum Wellenreiten braucht man nicht nur Können, sondern auch das richtige Mindset.

Das Meer lesen lernen

Dass das Meer zwar angenehm und schön, aber auch mindestens genauso herausfordernd und unberechenbar sein kann, weiß Kim nur zu gut, daher will sie Surfern, die nicht am Meer aufgewachsen sind, dabei helfen, das Meer lesen und mit seinen Kräften umgehen zu lernen – mit Surfmentaltrainings. „Bei der Surfperfomance spielt es natürlich schon eine Rolle, wie fit man körperlich ist, wie gut man die Technik beherrscht und wie die Konditionen sind. Aber unser Kopf und unsere Einstellung haben großen Einfluss darauf, wie gut wir unser Können tatsächlich umsetzen können. Ich kann soviel üben und Technik lernen wie ich will, wenn ich vor Angst erstarre, wenn eine Welle auf mich zurollt, dann nützt mir das Gelernte nichts. Auch wenn ich schlecht gelaunt, frustriert oder wütend bin, wird das meine Surfperformance negativ beeinflussen“, sagt die 38-Jährige.

Kims Surfmentaltraining findet nicht nur am Strand statt, via Skype kommt sie auch in die Wohnzimmer ihrer Kunden. Doch wie läuft dieses Training vor dem Bildschirm genau ab? „Zuerst besprechen wir die Herausforderungen und was der Surfer bzw. die Surferin verändern will. Dazu stelle ich Fragen, um herauszufinden, ob das genannte Problem das Hauptproblem ist oder ob die Wurzel des Problems woanders liegt“, so Kim. Herausforderungen, die die Surfperformance beeinflussen können, gibt es viele: „Oft ist es die Angst vor steilen, schnellen Wellen, vor dem Riff und Steinen oder davor mit anderen Surfern zusammenzustoßen. Aber ich helfe auch Blockaden im Bewegungsablauf zu lösen oder Selbstvertrauen zu entwickeln.“ Als nächsten Schritt im Surfmentaltraining macht Kim mit ihren Kunden verschiedene Übungen. Dabei kommt auch Hypnose und Visualisierung zum Einsatz, um Veränderungen auch auf mentaler Ebene zu bewirken. Danach sind bestimmte Atemübungen und Fokus- bzw. Aufmerksamkeitsübungen an der Reihe. „Grundsätzlich geht es darum, dass der Surfer bzw. die Surferin einerseits auf der unbewussten, emotionalen Ebene Veränderungen erfahren kann und gleichzeitig aber auch praktische Übungen lernt, um im Wasser das eigene Mindset aktiv positiv beeinflussen zu können.“ Ihren Fokus richtet Kim vor allem auf Frauen, die zum Spaß surfen, vielleicht erst im Erwachsenenalter mit dieser Sportart begonnen haben und aus Ländern ohne Meeranschluss kommen.“

Ins Wasser geht es dann bei den Surfmentaltrainingswochen. „Dabei geht es um intensives Training. Wir gehen jeden Tag surfen und erarbeiten bestimmte Zielvorgaben bzw. Übungen, die individuell auf das Level und den Veränderungswunsch der Teilnehmerinnen abgestimmt sind. Die Trainingssession wird danach per Video- oder Fotoanalyse analysiert. Damit man sich verbessern kann, muss man sich selber sehen, denn das eigene Körpergefühl stimmt mit der Realität oft gar nicht überein. Zum Beispiel kann man das Gefühl haben, im oberen Drittel der Welle gesurft zu sein, auf dem Video sieht man aber, dass man viel zu weit unten war. An Land üben wir Balance und Technik“, so Kim.

Kims Mentaltraining muss aber nicht unbedingt mit dem Surfen verbunden sein. Sie coacht für alle Sportarten und auch für den Alltag. „Mindset ist Mindset und den eigenen Geist stärken ist immer möglich.“

Denken außerhalb der eigenen Gedankenbox
Als Life Coach hilft Kim anderen Menschen dabei, ihr Leben zu verbessern, Veränderungen umzusetzen und ihre Ziele zu erreichen. „Ein Life Coach ist kein Berater, der seinem Coachee sagt, was er zu tun hat, sondern ist eher als eine Art Sparring-Partner zu verstehen, der über eine intelligente und vor allem klientenzentrierte Gesprächsführung Perspektivenwechsel und eine eigene Lösungsfindung anregt bzw. ermöglicht. Denn wir alle - auch alle Coaches - denken in unserer eigenen Gedankenbox, die manchmal grösser oder kleiner ausfällt. Aber es ist immer unsere eigene Box. Ein Coach hilft, diese Grenzen zu öffnen und in neuen Wegen zu denken und zu handeln“, so die Schweizerin. „Natürlich vermischt sich das Surfmentaltraining auch mit Life Coaching, da Themen wie z.B. fehlendes Selbstvertrauen, Pefektionismus, Selbstkritik und auch Angst oft mit Lebensthemen verbunden sind. Jemand dem beim Surfen das Selbstvertrauen fehlt, fühlt sich vielleicht auch in anderen Lebensbereichen eher unsicher. Nur hat es in den verschiedenen Lebensbereichen eine andere Auswirkung. Beim Sport hält es zum Beispiel Surfer davon ab, sich richtig zu positionieren. Die Folge davon ist, dass man zu wenig Wellen kriegt, um Fortschritte machen zu können. Im Beruf hält es vielleicht davon ab, eine bessere Position zu erhalten, weil man nicht an sich selbst glaubt. In der Beziehung ist man dann vielleicht eifersüchtig oder leidet unter Verlustangst, weil man sich aufgrund von fehlendem Selbstvertrauen nicht stark genug fühlt. Das Gute ist: Selbstvertrauen kann man lernen. Und wenn das fehlende Selbstvertrauen tatsächlich in anderen Lebensbereichen deutlich spürbar ist, macht es Sinn, zu schauen, wo das fehlende Selbstvertrauen seinen Ursprung hat und schon ist man vom Surfmentaltraining auch ins Life-Coaching gerutscht.“

Als Kind wollte Kim Tierärtzin werden, was sie letztendlich dazu bewogen hat, Mentaltrainings anzubieten? „Kinderwünsche verändern sich oft im Verlaufe des Erwachsenenwerdens. Ich folge dem, was ich gerne mache. Seit ich mich erinnern kann, bin ich mit Leidenschaft Sportlerin, immer mal wieder in einer anderen Sportart. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass das eigene Mindset nicht nur großen Einfluss auf die Ausübung einer Sportart hat, sondern auch auf die damit verbundene Motivation und den Spaß. Dieses Know-How möchte ich weitergeben und habe deshalb dann auch die entsprechenden Ausbildungen absolviert. Dass mentale Stärke die Skills und den Spaß an der jeweiligen Sportart beeinflussen, ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen, das ist Fakt und wissenschaftlich bzw. psychologisch erforscht.“

Kim hat uns auch ihre Lieblingssurfhotspots verraten: „Indonesien, also Bali, Lombok und Sumba. Ich liebe das warme Wasser und das tropische Wetter. Dass ich Indonesisch spreche und viele einheimische Freunde vor allem auf Bali habe, macht das Erlebnis noch besser.“

Wie geht’s weiter?
Kim ist eine Frau mit klaren Zielen: „Ich möchte im DACH-Raum DIE Expertin für das mentale Training im Surfen sein und dass mein Brand "Fearless Surfer" allgemein bekannt ist.“ Das Surfen wird bei Kim also auch in Zukunft einen wichtigen Teil in ihrem Leben einnehmen, denn schließlich hat sie dadurch eine Liebe gefunden, die nach wie vor stark und beständig ist, wie sie der Wirtschaftszeit erzählt hat.

  • Kim Chareonbood
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