< Zurück zur Übersicht

Die Lebenshilfe Vorarlberg stellt das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen in den Mittelpunkt.

ERSTER WHO-WELTBERICHT ÜBER BEHINDERUNG: 15 Prozent der Menschen leben mit Behinderung

10. Juni 2011 | 14:46 Autor: Lebenshilfe Vorarlberg Vorarlberg

Die World Health Organisation (WHO) veröffentlichte Donnerstag, den 9. Juni 2011, ihren ersten Weltbericht über Behinderung – die Zahl der Menschen mit einer Behinderung hat demnach deutlich zugenommen. Die Lebenshilfe Vorarlberg sieht sich darin in ihren Bemühungen um „Inklusion“ bestärkt: „Behinderung ist Teil des menschlichen Daseins und geht uns alle an.

Leben mit Behinderung bzw. Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung muss wahrgenommen sowie gemeinsam bewusst und positiv gestaltet werden“, so Lebenshilfe-Unternehmenssprecher Patrick Fürnschuß.
Mehr als eine Milliarde Menschen lebt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer körperlichen - oder einer mentalen Behinderung. Den betroffenen Männern, Frauen und Kindern müssen die Nationalstaaten ein Dasein ohne soziale und wirtschaftliche Diskriminierungen ermöglichen, forderte die WHO in Genf im gleichen Atemzug. Basis dazu bildet die 2008 auch in Österreich ratifizierte UN-Menschenrechtskonvention.

Behinderungen werden weiter ansteigen
Laut dem ersten Weltbericht über Behinderungen, den die WHO gestern in Genf gemeinsam mit der Weltbank präsentierte, wird die Zahl der Menschen mit Behinderungen in den nächsten Jahrzehnten steigen. Ursache sei die Alterung der Weltbevölkerung und die immer größer werdende Zahl von Patienten mit chronischen Krankheiten. Zudem erlitten immer mehr Menschen durch Verkehrsunfälle bleibende Schäden. Nach den Schätzungen der WHO leben derzeit rund 15 Prozent aller Menschen mit einer Behinderung, im Jahr 1970 veranschlagten die Experten den Anteil der behinderten Menschen an der Weltbevölkerung noch auf knapp zehn Prozent. „Fast jeder von uns wird einmal vorübergehend behindert sein oder mit einer permanenten Behinderung leben. Eine Behinderung ist Teil des menschlichen Daseins“, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Stärker von Armut bedroht
Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, ergänzte, Menschen mit Behinderung hätten viel zu bieten. Die Gesellschaft müsste ihnen eine faire Chance geben. Zu den am weitesten verbreiteten Behinderungen gehören laut WHO Bewegungsstörungen und psychische Erkrankungen. Weiters gelten rund 190 Millionen Menschen als schwerbehindert: Sie sind etwa gelähmt, blind oder leiden unter schweren Depressionen. Menschen mit Behinderung seien wesentlich stärker von Armut bedroht als gesunde Menschen, erklärte die Gesundheitsorganisation weiter.

Besonders in Entwicklungsländern sei es für Menschen mit Behinderungen oft unmöglich einen Job zu finden. In den reichen Staaten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hätten nur 44 Prozent der behinderten Menschen eine Beschäftigung, verglichen mit 75 Prozent der Menschen ohne eine Behinderung.

Schlechtere Bildungschancen
Den Großteil ihrer Einkommen verwenden behinderte Menschen laut WHO für Medizin und Pflege. In armen Staaten müsste jeder zweite Mensch mit Behinderung mit medizinisch bedingten Ausgaben rechnen, die er nicht begleichen könne. Wegen der mangelnden medizinischen Versorgung sei auch ihre Lebenserwartung niedriger. Kinder, die mit einer Behinderung lebten, hätten in vielen Ländern schlechtere Bildungschancen. Zudem könnten viele Menschen mit Behinderung nicht die Errungenschaften moderner Kommunikationstechnologien vollständig nutzen. Die Staaten müssten das internationale Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen voll umsetzen, forderte die WHO. Eine Forderung, der sich die Lebenshilfe vollinhaltlich anschließt.

Informationen zu Inklusion:
Inklusion ist die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Dahinter steht der Gedanke, dass jeder Mensch ein anerkannter und wertgeschätzter Teil der Gesellschaft ist – unabhängig von Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung oder Lebensalter. Inklusion schätzt nicht nur die Unterschiedlichkeit von Menschen, sondern sie bejaht die Vielfalt einer Gesellschaft und sieht darin eine Ressource. Alle Menschen sind verschieden und stellen dadurch für ihre Mitmenschen eine Bereicherung dar. Das Ziel zu einer gleichberechtigten Teilhabe am Leben, Lernen, Spielen und Arbeiten soll dadurch erreicht werden, indem mögliche Barrieren aufgespürt und gemeinsam beseitigt werden. Damit fördert Inklusion die Sensibilität für Benachteiligung und verstärkt das Wir-Gefühl in einer Gesellschaft.

    Lebenshilfe Vorarlberg

    Gartenstraße 2, 6840 Götzis
    Österreich
    +43 5523 506-0
    [email protected]lhv.or.at
    www.lebenshilfe-vorarlberg.at

    Details


    < Zurück zur Übersicht