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Karikaturen von Greser & Lenz in der FHV Galerie

18. Oktober 2010 | 10:04 Autor: FHV Vorarlberg
Anlässlich des FHV-Symposiums zum Thema „Intelligente Reduktion“ wird in der neuen FHV Galerie am Donnerstag, 21. Oktober, um 20.00 Uhr, die Ausstellung „Hurra, die Krise ist vorbei“ der bekannten deutschen Karikaturisten Achim Greser und Heribert Lenz eröffnet. Die FHV Galerie ist in der Bibliothek der Hochschule angesiedelt und zu den Öffnungszeiten der Bibliothek frei zugänglich.

Das Duo Greser und Lenz gehört bereits seit Mitte der 80er Jahre zu den innovativsten und produktivsten ZeichnerInnen der deutschsprachigen Karikaturistenszene. Die beiden lernten sich während ihres Grafikstudiums in Würzburg kennen und wurden Teil der so genannten „Neuen Frankfurter Schule“, einer Satire- und Humorbewegung, aus der u.a. die Magazine „pardon“ und „Titanic“ hervorgingen. Nach ihrem Examen stießen beide zu dem Satiremagazin „Titanic“, dem sie stets verbunden blieben und bei dem sie heute auch als Mitherausgeber fungieren. Seit 1996 arbeiten Greser und Lenz für die FAZ, in den letzten Jahren auch für den STERN.

In ihrem Büro „Greser und Lenz, Witze für Deutschland“ in Aschaffenburg treffen sich die beiden Herren jeden Morgen an ihren Zeichentischen, um die aktuelle Themenlage zu studieren. Neben Tageszeitungen finden sich dort auch eine Sammlung von Warenhauskatalogen, Telefonbüchern und anderen Informationsträgern. Angeregt von diesen filtrieren Greser und Lenz Tag für Tag im Zwiegespräch das Absurde, das Komische, die Essenz oder auch den Bodensatz. In einem sich gegenseitig korrigierenden und ergänzenden Prozess werden Stichwörter aus dem Tagesgeschehen aufgeworfen: Aus „Wirtschaftskrise“, „Folter“ oder „Ölkatastrophe“ werden Ideen entwickelt und erste zeichnerische Versuche unternommen. Obwohl jeweils nur einer der beiden die weitere Umsetzung übernimmt, zieht sich ein konsequenter Stil durch ihre Arbeit. Die langjährige Zusammenarbeit hat beide Handschriften zu einer gemeinsamen verschmelzen lassen.

Die Erklärung für die besondere Qualität und Einzigartigkeit ihrer Arbeiten ist wohl in der Art ihres Geschichtenerzählens zu suchen. Greser und Lenz gelingt es immer wieder durch Verdrehen, Verformen, Erweitern und Reduzieren globale Themen aus einem herkömmlichen Erfahrungszusammenhang herauszulösen und im Sinnhorizont eines Stammtisches oder einer Kleingärtneranlage zu zeigen.

Gesellschaftliche, politische, psychologische Themen, kulturelle Prägungen und Befindlichkeiten, unterschiedliche Perspektiven der Wahrnehmung, Denk- und Zeitsysteme kollidieren in ihren Bildgeschichten oft mit Getöse, manchmal auch ganz leise. Die beiden Karikaturisten zeigen uns in ihren Denkbildern Humorvolles, oft aber auch Bitterböses bis an die Grenzen des politisch Korrekten, manchmal, durchaus von den beiden Künstlern beabsichtigt, auch darüber hinaus. Sie erreichen damit, uns die Komplexität der Welt, in der wir leben, vor Augen zu führen und fordern gleichzeitig dazu auf, über die fließenden Grenzen und Verschiebungen von Wahrheit, Moral, Glaube, Leben und Tod nachzudenken.

Sowohl der konzeptionelle wie auch der verfahrenstechnische Ansatz von Greser und Lenz lassen sich somit als Modelle einer “Intelligenten Reduktion” – Thema des diesjährigen Symposiums – deuten.

Hurra, die Krise ist vorbei
Ausstellung in der FHV Galerie / Bibliothek der FH Vorarlberg
vom 21. Oktober 2010 bis 9. Jänner 2011
21. Oktober 2010, 20.00 Uhr: Ausstellungsrundgang mit Erfrischungen

  • uploads/pics/greser_lenz_presse2.jpg

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