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Präsidentin Gabriele Nußbaumer, Selbstvertreter Klaus Brunner und Geschäftsführerin Michaela Wagner-Braito luden zum Jubiläums-Festakt. Hier mit Generalsekretär Albert Brandstätter (Lebenshilfe Österreich, v.l.).

Lebenshilfe-Festakt zu "50 Jahre Mitanand“

02. Juni 2017 | 11:40 Vorarlberg

Götzis (A) Anlässlich ihres Jubiläums lud die Lebenshilfe Vorarlberg zur Jahreshauptversammlung mit anschließendem Festakt in die Kulturbühne AMBACH nach Götzis ein. Moderatorin Martina Ess führte gemeinsam mit Selbstvertreter Siegfried Glössl durch das abwechslungsreiche Programm.

Gleich vier Jubiläen wurden gefeiert: 50 Jahre Lebenshilfe Vorarlberg, 10 Jahre Selbstvertretung, 10 Jahre Tanzhaus Hohenems und 50 Jahre Lebenshilfe Österreich. Zu Beginn ließen Lebenshilfe-Präsidentin Gabriele Nußbaumer und Landesrätin Bernadette Mennel die Entstehung des „Vorarlberger Chancengesetzes“ (2008) Revue passieren, das einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg hin zur Inklusion darstellt. Beide waren aktiv daran beteiligt. „Uns war wichtig, dass auch erstmals Menschen mit Behinderungen direkt mit einbezogen werden und sie selbst entscheiden können, was ihnen wichtig ist. Es war ihre Idee, es Chancengesetz zu nennen“, erinnert sich Bernadette Mennel. Auf die Frage was in Zukunft wichtig ist, erwidert die Lebenshilfe Präsidentin: „Als Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen sehen wir unsere Aufgabe auch zukünftig darin, die Umsetzung der Inklusion weiter voranzutreiben und Brücken in die Gesellschaft zu bauen. Die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Menschen, gerade mit hohem Unterstützungsbedarf, werden wir noch stärker in den Fokus rücken. Die Lebenshilfe Vorarlberg ist wie eine große Familie, in der das ‚Mitanand‘ wesentlich ist und so werden wir niemanden im Stich lassen.“

Wichtige Voraussetzungen für die Zukunft Beim Festakt wurde ersichtlich, dass sich die Lebenshilfe Vorarlberg in den letzten 50 Jahren zu einer Menschenrechtsorganisation entwickelt hat. Bei der Podiumsdiskussion sprachen der gewählte Selbstvertreter Klaus Brunner, Geschäftsführerin Michaela Wagner-Braito, Adriane Feurstein als Angehörige und Heinz Werner Blum als ehemaliger Lebenshilfe-Geschäftsführer über ihre Sichtweise eines engagierten „Mitanands“. Aus Sicht von Heinz Werner Blum war der größte Meilenstein: „Dass wir Menschen mit Behinderungen ins Selbstbewusstsein begleitet haben und dass die Selbstbestimmung aktiv gelebt wird. Für die Zukunft wäre richtig und sinnvoll, eine entsprechende Anwaltschaft im Land zu haben, die auf politischer Ebene den berechtigten Anliegen von Menschen mit Behinderungen mehr Nachdruck verleiht.“

Um die Inklusion auch in den nächsten Jahren weiter voranzutreiben, waren sich alle einig, sind wir alle gemeinsam gefordert. Dafür müssten sich aber laut Michaela Wagner-Braito noch wesentliche Voraussetzungen verändern: „Damit Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich dazu gehören, müssen noch mehr bauliche, sprachliche aber auch Barrieren in den Köpfen abgebaut werden. Es sollten Arbeitsplätze am allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden, die eine angemessene Entlohnung sowie eine gesetzliche Kranken- und Pensionsversicherung ermöglichen. Unterschiedliche Wohnformen sollten Wahlmöglichkeiten bieten und individuelle persönliche Assistenz ist für ein selbstbe-stimmteres Leben entscheidend.“

Inklusiver Tanz und persönliche Einblicke
Für ein besonderes Festakt-Erlebnis sorgte das Tanzhaus Hohenems mit seinem neuen Programm und dem Flashmob zu „Can’t stop the feeling“. An die 300 Gäste wie Bischof Benno Elbs, Generalsekretär Albert Brandstätter (Lebenshilfe Österreich), ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück, die Landtagsabgeordneten Nicole Hosp oder Martina Pointner, Bürgermeister wie Hausherr Christian Loacker, Peter Klinger (Caritas Vorarlberg), Arnt Buchwald (Schulheim Mäder) und viele weitere langjährige Kooperationspartner zeigten sich von der inklusiven Tanzgruppe begeistert. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten die „Happy Drummers“ der Lebenshilfe-Fachwerkstätte Schwarzach und die „Soul Jackers“. Großen Applaus gab es auch anlässlich der Premiere des Lebenshilfe-Films, indem neun Menschen einen persönlichen Einblick über das „Mitanand“ geben.

  • Das Tanzhaus Hohenems eröffnete den Lebenshilfe-Festakt.
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  • Die Moderatoren Siegfried Glössl (Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg) und Martina Ess interviewten Landesrätin Bernadette Mennel (l.) und Lebenshilfe-Präsidentin Gabriele Nußbaumer (r.).
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  • Die „Happy Drummers“ der Fachwerkstätte Schwarzach sorgten für Trommelrhythmen.
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  • Heinz Werner Blum (ehemaliger Lebenshilfe-Geschäftsführer) und Geschäftsführerin Michaela Wagner-Braito beim Podiumsgespräch.
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  • Beim Podiumsgespräch erzählte Adriane Feurstein als Angehörige von ihren Erlebnissen des „Mitanands“ in der Lebenshilfe Vorarlberg.
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  • Beim Flashmob mit dem Tanzhaus Hohenems machten die Gäste begeistert mit.
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  • Bischof Benno Elbs, Doris Bauer-Böckle (Fachbeirat Sunnahof), Selbstvertreter Klaus Brunner (M.) und Albert Lingg.
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  • Landesrätin Bernadette Mennel mit Wilfried Hopfner (Raiffeisenlandesbank).
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  • Richard Amann, ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück, Barbara Hager (Lebenshilfe Vorarlberg) und Peter Ritter (Ikades, v.l.).
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Lebenshilfe Vorarlberg

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Österreich
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