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Vorstandsvorsitzender - Stellvertreter Dr. Johannes ORTNER

„Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“

06. November 2012 | 13:55 Autor: FHV Vorarlberg

Dornbirn (A) Um zukünftig besser auf wirtschaftliche Strömungen eingehen sowie zukünftige Fachkräfte gezielter aufbauen zu können, entwickelte die FH Vorarlberg im Auftrag der Vorarlberger Raiffeisenbankengruppe mit dem „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ erstmals eine Vorarlberger Studie zur Stimmung unserer Klein- und Mittelbetriebe.

Durch die Aufteilung in elf Teilregionen und mit Anlehnung an profilierte Untersuchungen sind nicht nur regionale, sondern auch bundesweite Vergleiche möglich. Da eine regelmäßige Überprüfung vorgesehen ist, wollen wir mit dem „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ einen neuen Standard für den wirtschaftlichen Ausblick in Vorarlberg schaffen. Im Jahr 2012 führte die FH Vorarlberg im Auftrag der Vorarlberger Raiffeisenbanken eine Studie zur aktuellen und künftigen Wirtschaftslage in Vorarlberg und der Kompetenz von Raiffeisen im Vergleich zu anderen Banken durch: den sogenannten „Vorarlberger Raiffeisen- Wirtschaftsmonitor.“ Die Inhalte dieses Wirtschaftsmonitors beziehen sich vor allem auf die Einschätzung von Vorarlberger Klein- und Mittelunternehmen zur aktuellen (2012) und künftigen (2013) Wirtschaftslage. Durchgeführt wurde die Studie vom Forschungszentrum Prozess- und Produkt-Engineering und vom Forschungsbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. 400 Unternehmen interviewt Der„Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ ist für 11 Teilregionen Vorarlbergs repräsentativ. Nach disproportionaler Ziehung regionaler Zufallsstichproben wurden mittels eines standardisierten Instruments 400 Eigentümer/innen und/oder Geschäftsführer/innen von kleinen und mittleren Unternehmen mit Sitz in Vorarlberg persönlich interviewt. Von 1.533 gezogenen Unternehmen beteiligten sich nach individuellen Anschreiben und Telefonaten letztlich exakt 400 Unternehmensleitungen an der Umfrage. Das entspricht einer für Marktumfragen zufriedenstellend hohen Rücklaufquote von 26 Prozent und einer breiten Beteiligung. Der „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ lehnt sich methodisch und inhaltlich an die von den Österreichischen Raiffeisenbanken zwischen 2000 und 2010 durchgeführten bundesweiten Analysen und an den Business Climate Index des Münchener ifo-Instituts an.1 Als Resultat ergibt sich ein Indexwert durch die Mittelung von Salden. Der Wert kann zwischen +100 (sehr positiv) und -100 (sehr negativ) ausgeprägt sein.

Vorarlberger Konjunkturindikator
Als Konjunkturindikator Vorarlbergs spiegelt der „Vorarlberger Raiffeisen- Wirtschaftsmonitor“ die subjektiv eingeschätzte Geschäftslage des Landes Vorarlberg aus Sicht der speziellen Zielgruppe wider. Analysiert wird sowohl das laufende als auch das kommende Geschäftsjahr. Im Gegensatz zu seinem deutschen Vorbild, das allgemein die „gegenwärtige Geschäftslage“ und die „Erwartungen für die nächsten sechs Monate“ erfragt, differenziert der „Vorarlberger Raiffeisen- Wirtschaftsmonitor“ mit derselben Fragetechnik dagegen sieben zentrale Bereiche:
1. Auftragslage
2. Standort Vorarlberg
3. Zinsentwicklung
4. Rohstoff- und Energiepreise
5. Entwicklung von Personal und Mitarbeitern
6. Investitionsbereitschaft
7. die allgemeine Zufriedenheit mit der Wirtschaftslage.

Trendanalysen ableiten
Es ist geplant, den „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ künftig in noch zu bestimmenden Abständen wiederholt durchzuführen, woraus sich Trendanalysen ableiten lassen.

Ergebnisse der ersten Studie
Im Oktober 2012 liegen Ergebnisse der ersten Studie vor, die nachfolgend kurz beschrieben werden können:
• Der Gesamtindex für Vorarlberg liegt mit 29,6 Indexpunkten im positiven Bereich.
• Als einziger kritisch bewerteter Aspekt erweist sich die Einschätzung der Rohstoff- und Energiepreise mit einem deutlich negativen Indexwert von minus 52,9. Ohne diesen stark negativ verzerrenden Extremwert beträgt der Durchschnitt der restlichen sechs Indexbereiche 48,1 Indexpunkte.
• Auf der Positivseite wird der Standort Vorarlberg mit einem durchschnittlichen Indexwert von 78,4 am höchsten eingestuft, gefolgt von der Auftragslage (58,6), der Personallage (55,4) und der allgemeinen Zufriedenheit mit der Wirtschaftslage (53,4).
• Im Vergleich der Jahre 2012 und 2013 fällt bei allen sieben Teilbereichen wie auch beim Gesamtindex die geringere Bewertung des Jahres 2013 auf. Das heißt, die Prognose für 2013 zeigt aus Sicht der Klein- und Mittelunternehmer Vorarlbergs einen leicht negativen Trend. Die drei stärksten Negativentwicklungen beziehen sich aus Sicht Vorarlberger KMU auf die allgemeine Zufriedenheit mit der Wirtschaftslage (-6,2 Indexpunkte), die Auftragslage (-5 Indexpunkte) und die Zinsentwicklung (-4,8 Indexpunkte).

Folgende regionale Unterschiede
Die elf untersuchten Teilregionen Vorarlbergs unterscheiden sich jedoch in der Ausprägung des Gesamtindex. Die nachstehende Tabelle 1 ist nach der Höhe des Gesamtindex absteigend sortiert.

Folgende regionale Unterschiede ergeben sich innerhalb Vorarlbergs:
• Die Regionen Bludenz/Klostertal und Arlberg/Kleinwalsertal liegen sowohl bei der positiven Bewertung des Gesamtindex als auch bei der positiven Bewertung von 2012 auf 2013 an vorderer Stelle.
• In beiden Aspekten liegt die Region Montafon am unteren Ende der Skala 5
• Die zusammengefasste Region Walgau, Großwalsertal, Frastanz, Satteins liegt bei der positiven Bewertung des Gesamtindex im Mittelfeld. Jedoch schätzt sie die Negativentwicklung auf 2013 am schlechtesten ein.
• Nur in drei von elf analysierten Vorarlberger Regionen erkennen Klein- und Mittelunternehmen eine positive Veränderung von 2012 auf 2013: Das sind die Regionen Arlberg/Kleinwalsertal, Bludenz/Klostertal und das mittlere Rheintal. Mit unterschiedlicher Stärke nehmen KMU der restlichen Regionen eine negative Entwicklung wahr.

Differenzierung nach Branchen

Der „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ differenziert des Weiteren fünf große Branchencluster. Folgende Bewertungsunterschiede ergeben sich daraus für Vorarlbergs KMU:
• Der Gesamtindex ist im Bereich Dienstleistungen am höchsten ausgeprägt, gefolgt von der Baubranche, produzierenden Unternehmen, Beherbergung/Gastronomie und dem Handel. Alle Indexwerte liegen im positiven Bereich zwischen 34,1 und 22,6 Punkten.
• Im Vergleich der Jahre 2012 zu 2013 erwarten Handel und Produktion eine annähernd gleichbleibende Entwicklung (+0,1 bzw. -0,4 Indexpunkte). Einen stärkeren. Konjunkturabschwung sehen KMU aus den Bereichen Bau (-8,2 Indexpunkte) und Beherbergung/Gastronomie (-7,4 Indexpunkte).

FHV leistet wichtige Forschungs- und Entwicklungsarbeit
Lehre, Forschung und Wissenstransfer müssen in der modernen Wissensgesellschaft Hand in Hand gehen. Mit derzeit fünf Forschungsbereichen deckt die FHV ein sehr breites, auf die aktuell laufenden Studienprogramme und die Bedürfnisse der Vorarlberger Wirtschaft und Gesellschaft abgestimmtes Spektrum ab. Der Forschungsbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zielt darauf ab, mittels empirischer Sozialforschung soziale Aspekte in Wirtschaft und Gesellschaft zu analysieren und zu fördern. Das Leistungsspektrum des Forschungsschwerpunkts umfasst: - Methoden der empirischen Sozialforschung und Umfrageforschung, - Struktur- und Prozessanalysen in Organisationen und regionalen Einheiten, - Aufbau von Entwicklungsmodellen, - Implementierung von Modellprojekten,- Evaluation, Evaluationsforschung und Begleitung von Modellprojekten. Das Forschungszentrum Prozess- und Produkt-Engineering arbeitet an Aufgabestellungen zur Verbesserung von unternehmerischen Prozessen jeder Art – beispielsweise Produktions-, Planungs-, Entwicklungs- und Service-Prozessen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten aus den Fachgebieten Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften können
neben den rein technischen Aspekten vor allem auch soziale, organisatorische und emotionale Gesichtspunkte bei der Problemlösung berücksichtigt und dadurch nachhaltige und umfassende Lösungen angeboten werden.

Raiffeisenbankengruppe Vorarlberg:

"Den Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg aktiv mitgestalten", heißt die sichtbar gelebte Leitidee der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg. Mit 23 selbständigen Bankinstituten und insgesamt 90 Bankstellen ist Raiffeisen immer im Zentrum des Geschehens. Keine andere Bank verfügt über eine ähnliche Kundennähe und vergleichbare Dichte an Bankstellen in Vorarlberg. Miteinander stark. Das Miteinander macht stark. In der Rechtsform von dezentral organisierten Genossenschaften bildet Raiffeisen einen starken Verbund eigenständiger, ortsverbundener Bankinstitute. Raiffeisen ist die weitaus größte Bankengruppe in Vorarlberg und damit Marktführer. Die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg beschäftigt 1.948 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg mit der Raiffeisenlandesbank und den Vorarlberger Raiffeisenbanken erreichte zum 31.12.2011 knapp 11 Mrd. Euro.

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