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Salzburg Delegation bei der EU in Brüssel: Von links nach rechts: Alexander Petutschnigg, Brigitta Pallauf, Wilfried Haslauer, und Erich Unterwurzacher

EU-Initiative als Bühne für Gründer-Land Salzburg

07. März 2017 | 15:26 Autor: Land Salzburg Österreich, Salzburg

Salzburg (A) Vor zahlreichen EU-Vertretern präsentieren Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf gemeinsam mit Erich Unterwurzacher (Europäische Kommission), Thomas Weiß (Gründer von Authentic Vision, FH Salzburg-Absolvent), Alexander Petutschnigg (FH-Salzburg) und Walter Haas (ITG-Salzburg) die Aktivitäten rund um die Förderung von Gründungs- bzw. Startup-Initiativen im Bundesland Salzburg. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Salzburger EU-Verbindungsbüro in Brüssel.

"Salzburg ist und bleibt eine Vorzeigeregion innerhalb der Europäischen Union. Im regionalen Wettbewerbsfähigkeits-Index der Europäischen Kommission liegt Salzburg in neun von elf Bereichen über dem EU-Durchschnitt, in einigen Bereichen wie dem Arbeitsmarkt liegen wir im europäischen Spitzenfeld. Wir wollen diese Spitzenposition ausbauen und in Salzburg den Anstoß für eine neue Gründerzeit geben. Erstmalig in Österreich haben sich die gründerrelevanten Akteure zusammengeschlossen und werden Hand in Hand für die Erreichung dieses Ziels arbeiten", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer in einem Informationsgespräch unmittelbar vor der Präsentation im Ausschuss der Regionen (AdR).

Verständnis fördern und Zugang zu Förderungen öffnen
"Kontakte und direkte Diskussion sind wichtig für gegenseitiges Verständnis. Außerdem wollen wir unseren Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen den Zugang zu den EU-Förderungen ermöglichen", so der Landeshauptmann.

Pallauf: Salzburg trifft mit Startup-Initiative den Nerv der Zeit
"Hier im Ausschuss der Regionen sind Themen wie Start-ups, Digitalisierung und die damit verbundenen Chancen und Notwendigkeiten von großer Wichtigkeit. Gerade von den Regionen geht sehr viel Innovationskraft für die gesamte Europäische Union aus. Salzburg hat gezeigt, was möglich ist. Bereits im ersten Jahr haben sich mehr als 2.000 Interessierte an das Netzwerk Startup Salzburg gewendet. Das ist für ganz Europa ein spannendes Signal. Dass wir am richtigen Weg sind und den Nerv getroffen haben, zeigt das große internationale Interesse an dieser Veranstaltung", sagte Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf. "Ganz nach dem Motto 'think small first' sollen Prozesse mehr 'von unten nach oben' und weniger 'top down' gestaltet werden", so Pallauf, die sich im Ausschuss der Regionen in der Fachkommission für Sozialpolitik, Bildung, Beschäftigung, Forschung und Kultur aktiv für Innovation einsetzt.

Unterwurzacher: Salzburgs Strategie liegt auf EU-Kurs
Für Erich Unterwurzacher von der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission, damit zuständig für die Umsetzung der EU-Strukturfonds, entsprechen Salzburgs Bemühungen bei Forschung, Umweltschutz und Förderung der mittelständischen Unternehmen den Prioritäten der Europäischen Kommission. Dass hier Politik, Wissenschaft und forschungsorientierte Unternehmen zusammenarbeiten, zeige, dass Salzburg auf dem richtigen Weg ist.

Erfolg made in Salzburg
Jährlich werden in Österreich zwischen 500 und 1.000 Startups gegründet, was rund 1,5 bis drei Prozent aller Neugründungen der gewerblichen Wirtschaft entspricht. Ein gelungenes Beispiel für ein Salzburger Startup ist Authentic Vision, Anbieter eines fälschungssicheren Fingerabdrucks für Produkte. Die beiden Fachhochschul-Absolventen Thomas Weiß und Jürgen Mathwich konnten bereits globale Kunden wie HDMI für sich gewinnen und stützen sich auf eine bedeutende Patentfamilie. So können Hersteller aus der Pharma-Industrie bis hin zu Weingütern ihre Produkte fälschungssicher machen.

Startup Salzburg vernetzt Forschung und Markt
Startup Salzburg ist seit Anfang 2016 der erste auf Netzwerkbasis organisierte Inkubator Österreichs, der hilft, wissens- und technologieorientierte Gründungen sowie Gründungen in wichtigen Zukunftsfeldern wie Life Sciences, Kreativwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien und anderen vorwärtszubringen. Für innovative Gründerinnen und Gründer wurden dafür die Kompetenzen von acht Salzburger Institutionen vereint: Land, ITG – Innovationsservice für Salzburg, Wirtschaftskammer, Fachhochschule, Universität und Coworking Salzburg sowie Techno-Z und Paracelsus Medizinische Privatuniversität.

Gründungen mit hohem Markt- und Erfolgspotenzial werden dabei besonders gefördert. Alle Stakeholder haben zum ersten Mal ein gemeinsames, abgestimmtes Ziel, Salzburg zu einer Gründerhochburg zu machen. Gründerinnen und Gründern wird ein ganz individueller, auf ihre Ausgangssituation und ihren Bedarf hin abgestimmter Service und Begleitung für ihr Vorhaben und Projekt ermöglicht. Stark eingebunden sind Mentoren, Experten, Gründer und bestehende Unternehmen mit ihrem Know-how für Investitionen und als Türöffner.

Die Netzwerkinitiative hat im ersten Jahr ihres Bestehens einiges bewegt. So konnte das Thema nun auch in der breiten Öffentlichkeit verankert werden. Mehr als 2.000 gründungsinteressierte Personen haben die Veranstaltungen von Startup Salzburg genutzt. Bei den Netzwerkpartnern wurden Service-Points als erste Anlaufstelle für innovative Gründer eingerichtet. 40 Startups wurden in der Vorgründungsphase unterstützt, fünf wurden in die Startup Salzburg Factory aufgenommen. In dem sechsmonatigen Inkubationsprogramm werden sie schrittweise an die Marktreife herangeführt.

Startups als Wachstumsmotor
Wachstumsintensive Unternehmen schaffen im Vergleich zu anderen weitaus mehr neue Arbeitsplätze. Viele Startups schaffen die Entwicklung hin zu großen Unternehmen. Schätzungen gehen davon aus, dass in den kommenden 20 Jahren in der EU bis zu einer Million neue Arbeitsplätze geschaffen und bis zu zwei Milliarden Euro an zusätzlichem Bruttoinlandsprodukt generiert werden könnten, wenn der Anteil der Scaleups, also junger Unternehmen, die sich in einem begrenzten Markt bereits erfolgreich platziert haben und bereit sind, einen breiteren Markt zu erschließen, so hoch wie in den USA wäre. Doch Startups, die ihr Unternehmen ausbauen möchten, stehen EU-weit immer noch vor zu vielen regulatorischen und administrativen Hürden, insbesondere in einem grenzüberschreitenden Kontext. Es bestehen zu wenige Möglichkeiten, potenzielle Finanzpartner, Geschäftspartner und lokale Behörden zu finden und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten ist eines der wichtigsten aus dem Weg zu räumenden Hindernisse.

Maßnahmen auf EU-Ebene
Die Kommission geht gegen diese Probleme mit mehreren politischen Maßnahmen vor. Bei der Halbzeitüberprüfung des EU-Haushalts schlug sie eine Aufstockung der Gelder für den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) vor, sodass bestehende Finanzierungsinstrumente ausgebaut und zusätzliche Gelder für kleine und mittlere Unternehmen mobilisiert werden können. Der EFSI setzte im Jahr 2016 fast zehn Milliarden Euro für Startups und expandierende Unternehmen ein, indem er Banken unter die Arme griff, sich mit ihnen das Risiko teilte und für geringere Zinsen sorgt.

Strategie gibt Fahrplan vor und trägt Früchte
Ende Februar 2016 hat die Salzburger Landesregierung die Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS) 2025 beschlossen. Wesentliches Anliegen der Strategie ist es, den Innovationsstandort international zu positionieren. Vieles ist bereits im Gang: Neben der Startup Salzburg-Initiative werden heimische Betriebe mit den Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung vertraut gemacht, ein neues Biochip-Labor wurde aufgebaut und im Baubereich das Netzwerk Alpines Bauen initiiert.

"Besonders kleinere Regionen wie Salzburg sind besonders gefordert, ihr Profil zu schärfen, ihre Stärken herauszuarbeiten und ihre Kräfte zu bündeln, um international wahrnehmbar zu sein", so der Landeshauptmann.

Entwicklungsschwerpunkt IKT
Informations- und Kommunikationstechnologien sind einer von fünf Entwicklungsschwerpunkten. Allein in den Bereichen IT-Dienstleistung und Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sind in Salzburg rund 600 Unternehmen mit etwa 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig. Der "Innovations- und Forschungsmasterplan IKT Salzburg" belegt, dass die Wertschöpfung pro Beschäftigtem in Salzburg in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten in etwa doppelt so hoch ist wie beispielsweise in der Beherbergung.

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