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Erich Grausgruber, KSV1870 Salzburg

Mehr Firmeninsolvenzen, aber weniger Eröffnungen auf Grund mangelnden Kapitals

22. September 2016 | 16:10 Autor: KSV1870 Salzburg

Salzburg (A) Trotz Anstieg von + 20,9 % der Firmenpleiten in Salzburg auf aktuell 295 Firmeninsolvenzen in den 3 Quartalen, ist die Aussicht für die Klein- und Kleinstbetriebe nicht rosig. Wie man an der Tabelle unten deutlich sehen kann, sind  die Unternehmerpleiten gegenüber 2015 deutlich gestiegen, die Schulden (Passiva) sind aber um ca. 22 % auf EUR 69 Mio. gesunken. Das es immer mehr kleine Unternehmen trifft, erkennt man aus mehreren Tatsachen: Zum einen ist da heuer die gesunkene Verschuldung pro eröffneter Insolvenz von rd. EUR 492.000,00 auf rd. EUR 642.000,00 pro eröffneter Insolvenz des Vergleichszeitraumes zum Vorjahr sichtbar.

Zum anderen müssen immer mehr Insolvenzen mangels kostendeckendem Vermögen abgewiesen werden. Konkret sind das heuer 155 Fälle, wo die Unternehmen nicht einmal EUR 3.000,00 – 4.000,00 als Verfahrenskosten aufbringen konnten. Zum Vergleich waren es im I.-III. Quartal 2015 nur 107 Fälle, dass bedeutet heuer einen Anstieg von satten 44,8 %. Ein weiteres Indiz, dass immer mehr Kleinbetriebe betroffen sind, ist, dass die von Insolvenz betroffenen Mitarbeiter heuer um 16 % von 821 Dienstnehmern aus 2015 auf 690 Dienstnehmer zurückgegangen sind.

Die bisher größten Insolvenzen in Salzburg sind
IBH Holding GmbH, Wals, EUR    11,8 Mio.
Hotel Grüner Baum GmbH, Bad Gastein, EUR    7,4 Mio.
Secret Factory GmbH, Bergheim, Sanierung, EUR    4,1 Mio.

Ausblick der Unternehmensinsolvenzen auf das Gesamtjahr 2016
Grausgruber: „Bis zum Jahresende rechne ich noch mit einen weiteren moderaten Zuwachs der Firmeninsolvenzen, jedoch nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich“

Privatkonkurse
Die Privatkonkurse und dessen Verschuldungen (Passiva) sinken  wieder leicht bei etwa gleichbleibender Verschuldung.

Bundesländervergleich:
Im laufenden Jahr verzeichnen alle Bundesländer Rückgänge zwischen 15% (Wien) und 4% (Salzburg). Nur in folgenden Bundesländern gibt es Zuwächse, und zwar Niederösterreich (1,1%) und Steiermark (mit sogar 11%). Diese beiden Bundesländer sind traditionell „Nachzügler“, was das Insolvenzgeschehen gemessen an der überschuldeten Bevölkerung anlbelangt, sodass diese Zuwachsraten als Nachholeffekt bzw. Aufholeffekt anzusprechen sind.

Ausblick auf 2016 (Private)
Grausgruber: Bis zum 31.12.2016 rechne ich noch mit einem leichten Zuwachs an Privatinsolvenzen, dieser wird jedoch nur marginal sein.“

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